G. Bosold
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Der Trojanische KriegDer zehn Jahre währende Trojanische Krieg ist ein wichtiger Inhalt der griechischen Sagen. Einem Abschnitt aus dem Geschehen widmete Homer seine Ilias-Dichtung, die eine wichtige Quelle nicht nur für den Ablauf der kriegerischen Ereignisse sondern auch für die übrige Sagenwelt darstellt ([HI]. Im folgenden sollen die Geschehnisse zusammengefasst werden. Diese Kurzdarstellung gibt den umfangreichen Stoff bewusst verkürzt wieder.
Im Urteil des Paris hatte der
trojanische Königssohn Paris Liebe
als Lohn für ein Urteil zugunsten Aphodites versprochen
bekommen, die er in Gestalt der Helena, der Frau von
König Menelaos von Sparta, erhalten
sollte. Es kam zwar noch zu Verhandlungen, die aber nichts erbrachten, weshalb sich nun auch die trojanischen Fürsten auf den Krieg einstellen mussten. Die Abfahrt der Griechen verzögerte sich noch durch Windstille und die folgende Opferung der Iphigenie.
Nach der Abfahrt unterwegs auf der Insel Chryse wurde der
von einer Natter gebissene Philoktet
ausgesetzt. Paris, inzwischen mit Helena und mitgebrachten Schätzen in Troja angekommen, wurde mit der neuen Gemahlin trotz der Kriegsgefahr in Troja aufgenommen. Gleich nachdem die Griechen vor Troja angekommen waren, begannen erste Kämpfe. Ihnen folgte der von Odysseus verursachte Tod des Palamedes. Die darauffolgenden ersten Kriegsjahre waren von den Kriegszügen des Achill und des (großen) Ajax geprägt, gefolgt vom Tod des Polydoros, des noch jungen trojanischen Königsohns, dessen Austausch gegen Helena die Trojaner abgelehnt hatten, worauf der Krieg neu aufflammte. Von den folgenden wechselvollen Ereignissen berichtet bis zum Tod Hektors ausführlich Homers "Ilias":
Vor neuer Schlacht kam es zum von Agamemnon
verursachten Zorn des Achill, der
sich deshalb zunächst grollend vom Kampf zurückzog. Zeus
sendete auf Bitten von Achilleus' Mutter Thetis dem Agamemnon
einen täuschenden Traum, worauf der das Kriegsvolk in
Versuchung führte durch in Aussicht gestellte Rückkehr,
die aber Odysseus durch kluge Rede abwendete. Als nur noch
der häßliche Lästerer Thersites auf Heimkehr drängte,
schlug ihn Odysseus zum Beifall der anderen mit dem
Zepter. Als sich die Heere begegneten, trat Paris hervor und forderte den Tapfersten der Griechen zum Zweikampf heraus. Als Menelaos hervortrat, ging Paris zunächst zurück. Im dann auf Grund eines Vertrages doch stattfindenden Zweikampf, nach dem Helena dem Sieger im Zweikampf gehören sollte, wäre Paris von Menelaos fast umgebracht worden. Der Besigte wurde aber, von Aphrodite gerettet, dem Kampf entzogen. Von Zeus und Hera wurde dann der Untergang Trojas beschlossen. Athena ermuntert Lykaons Sohn Pandaros dazu, vertragswidrig auf Menelaos zu schießen. Der Verletzte wurde vom Arzt Machaon behandelt, aber die Heere stießen nun erneut aufeinander. Den Trojanern standen Ares, Apollon und Aphrodite zur Seite, den Griechen insbesondere Athena, Hera und Poseidon. Nun begann die Schlacht. Mit Unterbrechungen und immer wieder wechselnden Vorteilen für die beiden Seiten dauerten die Kämpfe im letzen Jahr des Krieges an bis zu dessen Ende.
Zunächst griff der von Athene gestärkte
Diomedes in
den Kampf ein, und er begegnete dabei dem
Glaukos.
Während eines Waffenstillstandes lehnten die Griechen
ein Friedensangebot Paris' ab. Es kam zu neuer Schlacht
mit Vorteil für die Trojaner.
Achill trauerte um seinen gefallen Freund Patroklos und
entschied, nun doch zum Kampf zurückzukehren. Er wurde
durch Zutun seiner Mutter Thetis neu bewaffnet. Agamemnon
und Achill versöhnten sich. In dieser Zeit der Bestürzung über den Tod ihres gewaltigsten Helden erhielten die Trojaner Unterstützung durch die Amazonenkönigin Penthesilea, einer Tochter des Kriegsgottes Ares. Zwar konnte sie als sich Achill und Ajax noch am Grabe des Patroklos befanden den Griechen Verluste beibringen, sank aber dann durchbohrt von Achills Speer zu Boden. Achill selbst bedauerte wehmütig den Tod der schönen Heldin. Als ihm das der spöttische Thersites vorwarf, erschlug Achill den ewigen Spötter kurzerhand mit einem Faustschlag. Danach sollten die Trojaner nochmals Hilfe erhalten vom äthiopischen König Memnon, einem Sohn von Thitonos und Eos. Zwar hatten im Rat der Ältesten der Trojaner Thymoites und Polydamas zur Aufgabe des Kampfes geraten, aber Priamos setzte auf Memnons Unterstützung. Im Kampf wurde Memnon durch Achill getötet. Dann ereilte der Tod auch den Achilleus, der Griechen gewaltigsten Helden. Getroffen von einem Pfeile des die Trojaner unterstützenden Apollons selbst (oder von einem durch Apollon gelenkten Pfeil des Paris), sank er an der verletzlichen Ferse getroffen zu Boden. Nach den Leichenspielen zu Ehren des toten Achill brachte sich Aias der Telamonier selbst um, in Schwermut darüber gesunken, dass nicht er, sondern Odysseus Achills Rüstung zugesprochen bekam.
Als damit die Griechen ihrer beiden größten Helden beraubt
waren, machte Menelaos selbst den Vorschlag, die trojanische
Küste zu verlassen. Diomedes widersprach entschieden. Kalchas,
der Seher, offenbarte darauf, dass Troja nur mit den
Pfeilen des Philoktetes zu erobern sei, den
man auf Lemnos verwundet zurückgelassen hatte.
Als ein Sturmangriff der Griechen auf die Stadt keinen Erfolg
brachte, empfahl der Seher Kalchas die Stadt mit List zu nehmen.
Odysseus machte darauf seinen Vorschlag, die Trojaner mittels
eines hölzernen Pferdes zu überlisten.
Menelaos verzieh seiner Helena, die Paris gefolgt war, und
versöhnte sich mit ihr. So kam es
([GS] S. 191 ff.) |
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